Immobilie kaufen als Kapitalanlage: Der komplette Ablauf

Der Kauf einer Kapitalanlage-Immobilie folgt einem festen Ablauf aus sieben Phasen: Budgetklärung, Objektsuche, Prüfung, Finanzierung, Kaufvertrag, Notartermin und Übergabe. Ein Immobilienkauf als Kapitalanlage dauert von der ersten Suche bis zum Grundbucheintrag durchschnittlich drei bis sechs Monate und erfordert 10 bis 15 Prozent Kaufnebenkosten zusätzlich zum Kaufpreis.

📋 Kurz zusammengefasst

Der Kauf einer Anlageimmobilie läuft in der 7-Phasen-Kaufroute ab: Erst Budget und Finanzierungsrahmen klären, dann Objekt suchen, prüfen (Due Diligence), finanzieren, den notariellen Kaufvertrag schließen, beurkunden lassen und die Immobilie übernehmen. Kalkuliere 10 bis 15 Prozent Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler) und mindestens 20 Prozent Eigenkapital ein. Wie viel Miete am Ende Rendite bringt, hängt von Kaufpreis, Lage und Nebenkosten ab.

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Wie läuft der Kauf einer Kapitalanlage-Immobilie ab?

Der Kauf einer Kapitalanlage-Immobilie läuft in sieben aufeinanderfolgenden Phasen ab. Jede Phase baut auf der vorherigen auf: Ohne geklärtes Budget keine gezielte Suche, ohne geprüftes Objekt keine solide Finanzierung. Der gesamte Prozess dauert im Schnitt drei bis sechs Monate.

Eine Kapitalanlage-Immobilie ist eine Immobilie, die nicht selbst bewohnt, sondern vermietet wird, um Mieteinnahmen und Wertsteigerung zu erzielen. Der Kaufprozess unterscheidet sich vom Eigenheimkauf vor allem durch die Renditeprüfung: Der Investor kalkuliert Mietrendite, Cashflow und Steuervorteile, bevor er kauft. Grundlagen dazu liefert der Immobilien als Kapitalanlage: Der vollständige Leitfaden 2026.

Vier Beteiligte wirken beim Immobilienkauf zusammen: der Käufer, der Verkäufer, die finanzierende Bank und der Notar. Der Notar ist gesetzlich vorgeschrieben, denn nach § 311b BGB muss jeder Immobilienkaufvertrag notariell beurkundet werden. Ohne Beurkundung ist der Kauf unwirksam.

Welche Schritte umfasst die 7-Phasen-Kaufroute?

Die 7-Phasen-Kaufroute umfasst Budgetklärung, Objektsuche, Objektprüfung, Finanzierung, Kaufvertragsprüfung, Notartermin und Übergabe. Jede Phase hat ein klares Ergebnis, das die nächste Phase auslöst. Der Ablauf strukturiert den Kauf von der ersten Kalkulation bis zum Eigentumsübergang.

Die sieben Phasen im Überblick sind Budgetklärung, Objektsuche, Due-Diligence-Prüfung, Finanzierungszusage, Kaufvertragsprüfung, notarielle Beurkundung und Übergabe mit Grundbucheintrag. In Phase 1 legt der Käufer sein Eigenkapital und den Finanzierungsrahmen fest. In Phase 2 sucht er über Portale, Makler und Direktkontakte passende Objekte.

Phase 3 ist die Due Diligence, die sorgfältige Prüfung des Objekts auf Zustand, Rechtslage und Rendite. Phase 4 sichert die Finanzierung mit einer verbindlichen Bankzusage. Phase 5 prüft den Kaufvertragsentwurf des Notars. Phase 6 ist der Notartermin mit Beurkundung. Phase 7 umfasst Kaufpreiszahlung, Übergabe und Eintragung ins Grundbuch.

💡 Expert Insight

Erfahrene Kapitalanleger drehen die Reihenfolge der ersten beiden Phasen bewusst nicht um. Wer ohne Finanzierungsrahmen auf Besichtigungen geht, verliert Zeit und Verhandlungsposition. Banken stellen eine Finanzierungsbestätigung oft binnen 48 Stunden aus – dieses Dokument macht ein Angebot für Verkäufer verbindlich. In angespannten Märkten entscheidet die Geschwindigkeit der Finanzierungszusage häufig darüber, wer den Zuschlag bekommt, nicht der höchste Preis.

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Wie finde und prüfe ich die richtige Anlageimmobilie?

Die richtige Anlageimmobilie wird über drei Kanäle gefunden und in der Due Diligence auf drei Ebenen geprüft: baulicher Zustand, Rechtslage und Rendite. Die Objektsuche läuft über Immobilienportale, Makler und Direktansprache. Die Prüfung entscheidet, ob der Kaufpreis zur erzielbaren Miete passt.

Drei Suchkanäle dominieren den Markt: Online-Portale wie ImmoScout24 und Immowelt, regionale Makler sowie die Direktansprache von Eigentümern. Bei der Objektprüfung analysiert der Käufer die Bausubstanz, das Baujahr, den Energieausweis und anstehende Sanierungen. Ein Bausachverständiger deckt versteckte Mängel auf, die den Kaufpreis um mehrere zehntausend Euro drücken können.

Die Rechtsprüfung umfasst Grundbuchauszug, Teilungserklärung und – bei Eigentumswohnungen – die Protokolle der Eigentümerversammlung. Die Rendite-Prüfung setzt die Jahresnettokaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis. Wie sich die Mietrendite konkret berechnet, zeigt der Beitrag Welche Rendite bringt eine Immobilie als Kapitalanlage?.

Wie finanziere ich den Immobilienkauf?

Der Immobilienkauf wird über ein Annuitätendarlehen mit Eigenkapital und Bankdarlehen finanziert. Banken erwarten bei Kapitalanlagen mindestens 20 Prozent Eigenkapital plus die Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln. Die Finanzierung wird vor dem Notartermin verbindlich zugesagt.

Das Eigenkapital sollte mindestens die Kaufnebenkosten von 10 bis 15 Prozent sowie 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises abdecken. Je höher das Eigenkapital, desto niedriger der Sollzins. Den vollständigen Ablauf der Baufinanzierung mit Zinsbindung, Tilgung und Sondertilgung erklärt der Immobilienfinanzierung: Baufinanzierung Schritt für Schritt erklärt.

Kapitalanleger nutzen zwei steuerliche Hebel: Die Schuldzinsen sind als Werbungskosten absetzbar, und das Gebäude wird über die AfA abgeschrieben. Diese Effekte verbessern die Nachsteuer-Rendite gegenüber einem selbstgenutzten Eigenheim. Die Bank prüft vor der Zusage Bonität, Kaufpreis und die kalkulierte Mieteinnahme.

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Was passiert beim Notartermin und Grundbucheintrag?

Beim Notartermin verliest der Notar den Kaufvertrag, beide Parteien unterschreiben, und der Notar beurkundet den Kauf. Anschließend veranlasst der Notar die Auflassungsvormerkung und nach Kaufpreiszahlung die Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Erst der Grundbucheintrag macht den Käufer zum rechtlichen Eigentümer.

Der Notartermin dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Der Notar verliest den kompletten Vertrag, klärt Fragen und beurkundet die Willenserklärungen beider Seiten. Die Auflassungsvormerkung im Grundbuch schützt den Käufer, bis die Eigentumsumschreibung erfolgt. Sie verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie zwischenzeitlich ein zweites Mal verkauft.

Nach der Beurkundung fordert der Notar den Käufer zur Kaufpreiszahlung auf, sobald alle Fälligkeitsvoraussetzungen erfüllt sind. Der Käufer überweist den Kaufpreis direkt an den Verkäufer oder auf ein Notaranderkonto. Nach Zahlungseingang und Vorliegen der Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts trägt das Grundbuchamt den neuen Eigentümer ein.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Unterschreibe niemals einen Kaufvertrag oder eine Reservierungsvereinbarung mit Zahlungspflicht vor dem Notartermin. Reservierungsgebühren an Makler sind laut Bundesgerichtshof (Urteil vom 20.04.2023, I ZR 113/22) in vielen Fällen unwirksam. Prüfe den Kaufvertragsentwurf mindestens 14 Tage vor der Beurkundung. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; Kaufvertrag und Finanzierung sind individuell mit Notar, Steuerberater und Bank zu prüfen.

Welche Kosten fallen beim Immobilienkauf an?

Beim Immobilienkauf fallen neben dem Kaufpreis 10 bis 15 Prozent Kaufnebenkosten an: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision. Diese Nebenkosten sind aus Eigenkapital zu tragen, da Banken sie meist nicht mitfinanzieren.

Die Kaufnebenkosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen: Die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises. Notar- und Grundbuchkosten liegen bei rund 1,5 bis 2 Prozent. Die Maklerprovision beträgt regional bis zu 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer für den Käuferanteil.

Ein Rechenbeispiel: Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro entstehen je nach Bundesland und Maklereinsatz zwischen 30.000 und 45.000 Euro Nebenkosten. Diese Summe muss der Kapitalanleger zusätzlich zum Eigenkapitalanteil für den Kaufpreis aufbringen. Die Grunderwerbsteuer wird nach der Beurkundung vom Finanzamt in Rechnung gestellt. Wer die Kalkulation systematisch aufsetzen will, findet Musterrechnungen im Praxisratgeber Immobilien als Kapitalanlage*.

Welche Fehler sollten Kapitalanleger beim Kauf vermeiden?

Kapitalanleger sollten fünf Fehler vermeiden: fehlende Renditeberechnung, unterschätzte Nebenkosten, übersprungene Objektprüfung, zu wenig Eigenkapital und emotionale Kaufentscheidungen. Diese Fehler senken die Rendite oder gefährden die gesamte Finanzierung.

Fünf typische Fehler treten am häufigsten auf: erstens die Miete zu optimistisch anzusetzen, zweitens die Kaufnebenkosten zu vergessen, drittens auf einen Bausachverständigen zu verzichten, viertens ohne Eigenkapitalpuffer zu finanzieren und fünftens sich von der Optik statt von den Zahlen leiten zu lassen. Jeder dieser Fehler kann die Mietrendite um ein bis zwei Prozentpunkte drücken.

Der teuerste Fehler ist die fehlende Rücklage für Instandhaltung und Mietausfall. Eigentümer sollten monatlich mindestens 1 Euro pro Quadratmeter für Instandhaltung zurücklegen. Ein Mietausfall von zwei Monaten pro Jahr sollte in der Kalkulation Platz haben. Wer diese Puffer einplant, übersteht auch Leerstände ohne Liquiditätsprobleme.

💬 Meine Einschätzung

Aus Sicht der Redaktion entscheidet nicht der Kaufpreis über den Erfolg einer Anlageimmobilie, sondern die Disziplin in den Phasen 1 und 3. Wer den Finanzierungsrahmen sauber absteckt und die Due Diligence nicht abkürzt, kauft selten daneben. Der häufigste Fehler in der Praxis: Anleger verlieben sich in ein Objekt und rechnen die Rendite schön. Unser Rat: Lege vor der ersten Besichtigung eine Mindest-Mietrendite fest – etwa 4 Prozent netto – und halte sie eisern ein. Ein Objekt, das die Schwelle reißt, wird auch mit Verhandlungsgeschick keine gute Kapitalanlage. Der Markt liefert jedes Jahr neue Objekte; ein überteuerter Kauf bindet dagegen 10 Jahre Kapital.

✓ Das Wichtigste in Kürze

  • Der Immobilienkauf folgt der 7-Phasen-Kaufroute: Budget, Suche, Prüfung, Finanzierung, Kaufvertrag, Notar, Übergabe.
  • Kalkuliere 10 bis 15 Prozent Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 %, Notar/Grundbuch ~1,5–2 %, Makler bis 3,57 %).
  • Banken erwarten bei Kapitalanlagen mindestens 20 Prozent Eigenkapital plus die Nebenkosten aus Eigenmitteln.
  • Jeder Kaufvertrag muss nach § 311b BGB notariell beurkundet werden; erst der Grundbucheintrag macht zum Eigentümer.
  • Lege vor der Suche eine Mindest-Mietrendite fest und plane 1 €/m² monatliche Instandhaltungsrücklage ein.
  • Der gesamte Prozess dauert im Schnitt 3 bis 6 Monate.

Häufige Fragen zum Immobilienkauf als Kapitalanlage

Wie lange dauert der Kauf einer Kapitalanlage-Immobilie?

Der Kauf einer Kapitalanlage-Immobilie dauert von der ersten Suche bis zum Grundbucheintrag durchschnittlich drei bis sechs Monate. Objektsuche und Prüfung nehmen den größten Teil ein. Zwischen Notartermin und Eigentumsumschreibung vergehen nochmals vier bis acht Wochen.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Anlageimmobilie?

Banken erwarten bei Kapitalanlagen mindestens 20 Prozent Eigenkapital plus die Kaufnebenkosten von 10 bis 15 Prozent. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das rund 90.000 bis 105.000 Euro Eigenmittel. Mehr Eigenkapital senkt den Sollzins.

Muss jeder Immobilienkauf zum Notar?

Jeder Immobilienkaufvertrag muss nach § 311b BGB notariell beurkundet werden. Ohne notarielle Beurkundung ist der Kaufvertrag rechtlich unwirksam. Der Notar ist gesetzlich vorgeschrieben und neutral gegenüber Käufer und Verkäufer.

Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?

Beim Immobilienkauf fallen 10 bis 15 Prozent Kaufnebenkosten an: Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland, Notar- und Grundbuchkosten von rund 1,5 bis 2 Prozent sowie gegebenenfalls Maklerprovision bis 3,57 Prozent. Diese Kosten trägt der Käufer aus Eigenkapital.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 311b – Verträge über Grundstücke (gesetze-im-internet.de)
  • Bundesgerichtshof – Urteil zur Reservierungsgebühr, I ZR 113/22 vom 20.04.2023 (bundesgerichtshof.de)
  • Bundesfinanzministerium – Grunderwerbsteuer der Länder (bundesfinanzministerium.de)
  • Verbraucherzentrale – Immobilienkauf: Ablauf und Kaufnebenkosten (verbraucherzentrale.de)
  • Stiftung Warentest – Immobilienkauf als Kapitalanlage (test.de)